08.01.18: Stillprobleme: Manchmal liegen die Ursachen beim Baby

Im besten Fall saugt ein gesundes Neugeborenes schon bald nach der Geburt an Mamas Brust. Saug- und Schluckreflex sind bereits voll ausgebildet und helfen dem Baby diese lebenswichtige Tätigkeit auszuüben. Auch für die Milchproduktion ist dieses erste Saugen sehr wichtig. Der Milchfluß kommt so in Gang.
Leider gibt es nicht selten gleich anfangs Probleme, die dazu führen, dass eine harmonische Stillbeziehung nicht zu Stande kommt. Das kann dazu führen, dass die Mutter nach einigen Tagen das Stillen aufgibt, weil es zu schmerzhaft ist, die Mutter glaubt, sie habe zu wenig Milch oder weil es zu einer sehr schmerzhaften Brustentzündung kommt.
Das ist für eine Mutter, die Stillen möchte, sehr frustrierend und dem Baby entgeht so die wertvolle Muttermilch.

Bei Stillproblemen lohnt es sich deshalb das Baby aus osteopathischer Sicht zu betrachten und ggf. zu behandeln.
So ist eine Vorstellung in der Praxis sinnvoll, wenn der Verdacht auf Blockaden in der Halswirbelsäule besteht oder vorangegangener Stress auf die dort liegenden Strukturen vorliegt, z.B. nach Saugglocken- oder Zangengeburt, sowie Kaiserschnitt.
Auch bei Frühgeborenen und Mangelgeborenen( small for date) sollte das Kind angesehen werden.

Damit das Baby gut an der Brust saugen kann müssen Saug- und Schluckreflex einwandfrei funktionieren, das kann gestört sein, wenn die verantwortlichen Nerven in ihren Austrittsstellen am Schädel und der oberen Halswirbelsäule irritiert werden ( durch Geburtsstreß). Außerdem muss die Halswirbelsäule in alle Richtungen frei beweglich sein und der Muskeltonus des Babys muss sich der Haltung an der Brust anpassen können.
All diese wichtigen Faktoren können gestört sein und so zu Stillproblemen führen.
Neben der manualtherapeutischen Behandlung des Kindes ist es außerdem wichtig, die Mutter gut aufzuklären, Tipps zu geben und das Stillen gut zu begleiten. Hierbei helfen Stillberaterinnen professionell.
Sind die Probleme beseitigt und das Stillen klappt, ist das für Mutter und Kind nur positiv. Der Wunsch zu Stillen sollte deshalb immer und so gut wie möglich unterstützt werden.

Stichworte: