22.3.18: das zu kurze Zungenband- ein kleines Problem mit großer Wirkung

Es gibt Babies, die mit einem zu kurzen Zungenband geboren werden. Das Zungenband befindet sich unterhalb der Zunge und stellt eine normale Befestigungsstruktur dar. Ist es jedoch verkürzt, wird die Zunge sozusagen im Unterkiefer festgehalten. Das kann zu erheblichen Problemen führen, die wir in dem heutigen Artikel beschreiben möchten.
Nicht alle Kinder, die die folgenden Symptome zeigen, leiden zwangsläufig unter einem zu kurzen Zungenband, ein Blick vom geschulten medizinischen Personal, wie Arzt, Hebamme, Stillberaterin, Osteopath, etc, lohnt dann jedoch immer.
Aufmerksam sollte man werden, wenn:

– das Stillen dauerhaft Probleme bereitet, weil das Kind nicht richtig andockt, bzw. immer wieder den Kontakt verliert
– das Kind beim Trinken Schmatzgeräusche/laute Schluckgeräusche von sich gibt, oder sonstige Zeichen, die darauf hindeuten, dass kein richtiges Vakuum aufgebaut wird
– die Mutter trotz aller vermeidenden Maßnahmen dauerhaft unter wunden Brustwarzen leidet, bzw. das Stillen schmerzhaft ist
– das Stillen „ein Kampf“ ist
– das Kind nicht adäquat zunimmt, besonders, wenn es von einer oder gar mehreren Perzentilen „abrutscht“
– das Kind keine Aktivität /“Spielen“ mit der Zunge zeigt
– und einige weitere, die für den Laien nicht so leicht zu beurteilen sind

Deshalb, bei anhaltenden Stillproblemen und besonders bei ein gestörten Gewichtszunahme des Säuglings, sollte neben allen anderen Untersuchungen, auch die Beweglichkeit der Zunge beurteilt werden.
Verschiedene Tests und auch der Sichtbefund geben Hinweis auf eine vorliegende gestörte Zungenbeweglichkeit.

Die Therapie der Wahl besteht aus dem Durchtrennen des Zungenbandes. Diese Maßnahme wird in der Regel ohne oder unter Gabe einer lokalen Betäubung durchgeführt und stellt nur einen kleinen Eingriff dar.
Ärzte, die diesen Eingriff durchführen, klären über das Proceder ausführlich auf.

Wir möchten auf die Problematik, die diese kleine Struktur hervorrufen kann aufmerksam machen und Betroffene ermutigen, sich an Spezialisten zu wenden und nicht im Internet nach den Symptomen zu „googeln“. Zu viele Fehlinformationen und Schauergeschichten sind dort zu lesen.

Im Link findet sich ein guter Artikel, der die Problematik ausführlich erklärt.
http://www.stillkinder.de/hat-mein-baby-ein-zu-kurzes-zungenbaendchen/